Wenn wir an die Schwelle treten, WIRKLICH lebendiger zu werden, dann tauchen oft erst all die Vorbehalte auf, die wir dagegen haben.

Soooo gesund sei mehr Energie jetzt auch wieder nicht.
Die Welt habe wichtigere Probleme.
Ekstase werde überschätzt.

Und so weiter…

Ein besonders raffinierter Vorbehalt lautet:

„Ich will doch nur lebendiger werden, weil ich süchtig danach bin, mich zu verbessern. Und solange mich das motiviert – sollte ich diese Arbeit an mir nicht lieber bleiben lassen?“

Hier ist meine schlichte Antwort: Nö.

Du solltest dir trotzdem erlauben, lebendiger zu werden.

Du solltest dir trotzdem gönnen, ekstatischer zu werden – deine Sucht nach Selbstoptimierung hin oder her.

Denn solche seltsamen Motive und Glaubenssätze schleppen wir alle mit auf dem Weg in die Ekstase.

Aber hier ist der Punkt:

Hauptsache, wir sind IRGENDWIE auf dem Weg in die Ekstase.

WIE wir das sind, ist zweitrangig.

Das Leben bewertet nicht, wie gut wir aussehen, während wir im Rennen sind.

Das Leben braucht nur, DASS wir im Rennen sind.

Ja, wir dürfen (und wir werden!) humpeln und fluchen, wir dürfen unsere Selbstkritik mitschleppen und unseren Perfektionismus am Start haben. Wir dürfen neurotisch und chaotisch und hilflos sein – aber wir sollten weiterhin atmen und beben und suchen, anstatt uns vorsorglich mal gar nicht mehr zu bewegen.

Das Schöne an der Ekstase ist:

Der Weg selbst erlöst uns von unserer Selbstkritik – nach und nach.

Denn Ekstase macht weich.
Ekstase macht satt.

Je mehr sie um sich greift, desto mehr wäscht sie uns frei von alter Härte und unserer Sucht nach Perfektion –

Ekstase erlöst uns von unserer Angst.

(Und das, meine Schönen, das schafft sie auch bei besonders schweren Fällen. Wie dir. Oder mir.)

 

     

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Wir ängstlichen Kulturmenschen neigen ja dazu, uns selbst zu unterschätzen und einer der traurigsten Effekte dessen ist, dass wir Trigger, die aus der Außenwelt auf uns zukommen, dann wahrnehmen als GEGEN uns gerichtet statt FÜR uns.

Bedeutet: Jede Fliege, die mir begegnet, wird zum Problem, jede Blockade wird zum Felsen und jede Meinung von Anderen eine Gefahr.

In Wirklichkeit spielt das Leben nicht in diesen Kategorien von GEGEN oder FÜR jemanden.

(Es spielt nicht einmal gegen DICH :-))

Erst der Kulturmensch erfindet diese Einteilung.

Das Leben selbst spielt nur mit Energie.

Und das wiederum ist entweder dein Ticket für den Himmel oder für die Hölle, je nachdem, wie du dich in diesem Spiel bewegst.

Hier ist, welches Mantra ich vorschlage, als eine gemeinsame radikale DETOX-KUR von KULTUR:

„Was auch immer mein Leben mir vorwirft – ich werde es SO bewegen, dass mein Leben BESSER wird durch diesen Trigger, als es sonst geblieben wäre!“

Für niemanden von uns ist das leicht.

Niemand segelt durch das eigene Leben und weiß immer und sofort, wie das geht.

Aber jede und jeder von uns kann das herausfinden!

Und hey – es ist soviel lebendiger, ein solches Mantra anzugehen, statt immer nur versuchen, im Low Level klarzukommen…

 

     

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Vor Kurzem las ich von einer amerikanischen Bloggerin, die sich für Beauty-OPs interessiert. Sie habe sich lang und tief mit der Frage beschäftigt, ob man Schönheitsoperationen machen lassen UND spirituell sein könne. Am Ende ihrer Meditation stand das Ergebnis fest: JA, man könne.

Ein Mensch könne sich im Gesicht oder an den Brüsten oder sonstwo operieren lassen UND gleichzeitig spirituell sein. Im selben Atemzug entschied sie auch, dass sie sich operieren lässt.

Eine andere Frau, die mit Frauen zum Thema Geld arbeitet, hatte dieselbe Frage in Bezug auf Geld: Kann es eine spirituelle Arbeit sein, Menschen zu finanziellem Reichtum zu verhelfen? Ja, sagt sie, auch das sei möglich. Und wirft sich seitdem mit noch mehr Überzeugung in ihre Arbeit.

Ich finde an diesen Beispielen vor allem eines spannend:

Warum finden wir so spannend, ob wir spirituell seien mit dem, was wir wollen?

Warum sind wir so heiß darauf, Beauty-OPs, Begeisterung für Geld, Luxus, Wellness, was auch immer als spirituell erhebend darzustellen?

Weil wir dem, was wir wollen, in der Tiefe immer noch misstrauen.

Nein, wir brauchen zwar irgendwann nicht mehr, dass unsere Eltern uns zustimmen – aber Gott sollte es schon noch tun…

 

Mit anderen Worten:

Das, was wir wollen, gleichzeitig spirituell wertvoll finden zu wollen, ist eine spirituelle Tugendfalle – die in der Tiefe das re-installiert, was wir ursprünglich loswerden wollten: nämlich dass Meinungen urteilen dürfen über das, was wir wollen.

Hier ist der Clou:

Was du willst, braucht keine Rechtfertigung.

Du darfst es wollen, weil du es willst.

Und noch etwas:

Was du willst, leuchtet als etwas Wertvolles, WEIL du es willst – und nicht erst, wenn eine spirituelle Instanz oder Idee dich dazu angelächelt hat.

Der WEG DER ENERGIE: Genieße, was du willst!
Und finde Wege in dieser Welt, um das zu tun, was du willst!

Mögen die Götter der Anderen gegen dich sein… aber deine Instinkte werden dich lieben.

Und das ist von Wert!

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In vielen Prozessen taucht das Drama auf, sich zwischen zwei Optionen nicht entscheiden zu können.

Das läuft nach ungefähr diesem Schema:
Du weißt einfach nicht, was du jetzt „tun sollst“ –
du kommst an diesem Punkt nicht auf den Punkt, was richtig wäre und was falsch –
du fürchtest die Folgen einer falschen Bewegung –
und tust das, was der Rest deiner Kultur dann auch immer macht:
NICHTS.

Irgendwann liest du dir zu deinem Thema dann noch das Internet durch.
Du findest superklare Ratschläge für DIESE Richtung.
UND zwei Klicks weiter auch für die ANDERE Richtung.
Nun bist du überinformiert und doppelt und dreifach gelähmt.

Also wie nochmal soll ich mich jetzt entscheiden?

Zu genau diesem Drama kann man vieles sagen, und ich möchte mich hier auf den Punkt konzentrieren, der ansonsten wenig erwähnt wird:

Du denkst, das Drama bestünde daraus, dass du nicht weißt, ob A oder B besser seien – richtiger, erleuchteter, heilsamer, oder was auch immer. Das ist jedoch gar nicht der Grund für Trouble. Ich könnte sagen: Dieser Punkt ist nicht der Punkt.

Dein Erleben eines inneren Dramas entfaltet sich NICHT in dem Widerstreit zwischen A und B – sondern als Rückmeldung deines Nervensystems, dass der Zustand der NICHT-ENTSCHEIDUNG aus Gründen der VERMEIDUNG heraus ein widernatürlicher ist. Dein positionsloses Verharren in den Resten einer ängstlichen Innenwelt – DAS fühlt sich einfach falsch für dich an.

Mit anderen Worten:

Sich NICHT zu entscheiden – DAS ist die falsche Entscheidung.

Und tragischerweise ist das genau jene falsche Entscheidung, die du durch deine Passivität um jeden Preis verhindern wolltest…

In diesem Sinne:

Dehn dich aus in der Außenwelt, Tigerin!
Streck dich und brüll in die Nacht, Tiger!
Spiel das Spiel der Entscheidung und entscheide.
Entscheide dich heute.
Heb die Tatzen, fahr die Krallen aus – runter von der Bremse.
Der ganze Kosmos darf das Spielfeld sein –
es ist ein feierliches, ein zärtliches und heilsames Spiel unter Menschen, das sich entfaltet, wenn wir…
…wenn wir uns wieder bewegen dürfen.

Du darfst. Du darfst. Du darfst.

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„Ilan, wie kann es sein, dass du soviel über Schatten, Schwierigkeiten und Traumata redest – und dass du trotzdem Menschen findest, die damit zu tun haben wollen?“

Hinter dieser Frage liegt ein Missverständnis – nämlich dass es WIRKLICH attraktiver für uns Menschen sei, sich mit Schatten, Schwierigkeiten und Traumata eher mal NICHT zu befassen.

Das kollektive Missverständnis ist, dass wir Menschen WIRKLICH beruhigt wären, wenn wir Wunden und Trigger verschweigen, umgehen oder leugnen.

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“?

Vordergründig: schon klar.

Aber eigentlich stimmt das nicht.

Denn etwas Gegebenes zu unterdrücken ist Schwerstarbeit für unser Nervensystem.

Nur ist das eben unsichtbar gemachte Schwerstarbeit (übrigens auch das ein Job für unser Nervensystem, und auch das in sich selbst nochmal Schwerstarbeit). Mein Tagesbewusstsein, jene dünne Schicht des Funktionierens und der Norm, ja, dieses Bewusstsein mag beruhigt sein – aber umso mehr schlagen meine Instinkte Alarm. 

Ich könnte es so formulieren: Oberflächliche Beruhigung funktioniert über Ablenkung, ja.

Aber immer erkauft sie sich ihren Schimmer und Schein mit einem inneren Terror für unsere Instinkte.

WIRKLICHE Entwarnung funktioniert NICHT im Vermeiden der Probleme, sondern im VOLLKONTAKT zu ihnen.

Es ist dieser Vollkontakt zu Trigger X, der es verändert.

Der ALLES verändert.

Dieser Vollkontakt ist ein atmendes, lebendiges Statement der Begegnung, und darin schon unerhörtes Empowerment.

Dieser Vollkontakt greift durch das Thema X hindurch, er greift durch die Worte, die Form, die Verpackung hindurch in das Herz der pochenden Energie.

Und findet in dieser Dynamik, in dieser Tiefe WIRKLICHE Erneuerung – und WIRKLICHE Sicherheit. 

Hier, erst hier, liegt jene Sicherheit, die von der Außenwelt nicht bedrohbar ist.

Deshalb sage ich, in einer Welt aus Trauma, Schmerz und Missverständnis: „Diese Welt IST sicher.“

Ich meine das ernst.

Denn der Hebelpunkt, der es alles verändert, der liegt in uns.

In dir. In mir. Ja, wir erstaunlichen Tiere. 

Lasst uns unseren Triggern und Challenges entgegenströmen…

 

DIVE DEEPER IN FOLGENDEN LIVE RETREATS

Unsere Leistungsgesellschaft ist ja eine vertrackte Kiste – sie hält uns ständig auf Achse, mit einem ewigen „Nie genug“… bis wir uns selbst schon glauben, chronisch am Limit zu sein.

In Wirklichkeit jedoch untergraben Leistungsgesellschaften das Potential von Menschen.

Wie wir „Intelligenz“ definieren, ist dafür ein gutes Beispiel. Wir halten es für klug, zu jeder Frage eine Antwort zu haben… Oh, wenn wir wüssten, was wir dadurch alles verpassen.

Denn eine wirklich lebendige Intelligenz entfacht sich nicht im Antworten, sondern im Staunen! Sie passiert nicht nur im Kopf, sondern im gesamten Nervensystem. Sie ist ein ganzkörperlicher Rausch, mit offenen Sinnen – mit Klarheit UND Zauber, mit Fokus UND Mystik.

Wenn wir uns befreien aus dem Krampf des Leistens und der Antwort, dann fallen wir wieder in unsere echte Intelligenz. Und der Zustand, den wir dann wiederfinden, das ist das STAUNEN.

Ja, zu STAUNEN statt zu WISSEN, zu SCHAUEN statt zu GRÜBELN, das sind die wirklich klugen Räume.

Lasst uns die alten Antworten opfern, lasst uns ehrlich werden und wieder weniger wissen:

Lasst uns einfach wieder Staunen.

 

DIVE DEEPER IN FOLGENDEN LIVE RETREATS

Einer unserer häufigsten Prozesse ist der Kampf darum, den EIGENEN Weg zu gehen – statt nach äußeren Regeln zu leben.

Warum eigentlich ist das so schwierig – den eigenen Weg zu gehen?

Üblicherweise erzählen wir uns hier zwei Geschichten:

Erstens: „Ich weiß nicht, was ich wirklich will.“

Oder zweitens: „Ich traue mich nicht, zu tun, was ich wirklich will…“

Wenn wir genau hinschauen, sind jedoch beide Antworten die gleiche Antwort:

Unsere Innenwelt hat nicht mehr genug Energie, um sich von dem Diktat der Außenwelt zu lösen. Wir erleben diesen Energiemangel als Verwirrung darüber, was wir wirklich wollen – ODER als Angst davor, unseren eigenen Weg zu gehen.

Im Endeffekt ist die Zauberformel für beides dieselbe:

  • Nähre deine Innenwelt.
  • Atme tiefer.
  • Werde wütend – nutze deine Wut FÜR dich statt GEGEN dich!
  • Fahr deine Krallen aus und verlerne, das brave Mädchen zu sein und der gute Junge…
  • Spür alles, was du schon lange nicht mehr gespürt hast…

Ja, das sind deine Themen.

Ja, das sind deine Schatten.

Aber eigentlich ist alles immer nur die Verpackung für das Ding, um das es eigentlich geht:

… die immense Kraft und Freiheit deiner Innenwelt!

 

DIVE DEEPER IN FOLGENDEN LIVE RETREATS

„Wie kann es sein, dass ich mich so nach Nähe sehne – und sie gleichzeitig fürchte?“

„Ich weiß, dass ich meine Kinder liebe – aber manchmal bereue ich, sie bekommen zu haben… wie passt das zusammen?“

„Ich weiß, dass ich Weltfrieden will, aber ich spüre, dass ich ein Monster sein kann. Das ergibt keinen Sinn!“

In vielen Fragen, die mir begegnen, taucht DIESE Figur auf:

Wir stellen innere Widersprüche fest und leiden daran. Denn wir schließen aus unserer inneren Zerrissenheit, dass wir ein hoffnungsvoller Fall seien, zumindest ein extrem komplizierter – und dass dieser innere Widerspruch erstmal weg muss, bevor der eigentliche Prozess überhaupt losgehen kann.

Glücklicherweise: Das ist falsch.

Es ist genau umgekehrt.

Wenn dein innerer Prozess Kraft und Schwung haben soll, dann BRAUCHST du deinen inneren Widerspruch.

(Kleine Fußnote: Du HAST die inneren Widersprüche sowieso, die einzige Frage ist, ob sie dir bewusst sind oder nicht. Aber das ist ein anderes Thema.)

Denn erst deine Zerrissenheit spannt den Raum der immensen inneren Freiheit auf, der dich eigentlich ausmacht!

Hier ist, was passiert:

Der kleine Kulturmensch, also zum Beispiel ich, Ilan, registriert innere Widersprüche.

Zwei Extreme.
Unvereinbar.
Selbstsabotage vom Feinsten.
Hoffnungsloser Fall.
Und so weiter.

In Wirklichkeit bilden diese beiden Extreme die zwei Pole jener Brücke, auf der ich den Tanz in meine Freiheit wiederfinden werde!

Was wäre eine Brücke ohne Verankerung auf beiden Seiten?

Genau. Sie wäre nichts als ein frommer Wunschtraum, der es niemals auf die Erde schafft.

Was bedeutet das für dich, Tigerin? Und für dich, Tiger?

Dehn dich deinen Widersprüchen entgegen.

Suche sie, bis du sie findest!

Atme in sie hinein, belebe und bewege die Spannung zwischen den Polen.

Bis dein Nervensystem vibriert von dieser Kraft.

Und dann?

Dann tanz!!

Hier sind meine Einladungen, um gemeinsam zu tanzen.

Du bist von Herzen willkommen.

DEATH AND DANCE                                                                        FLIRTING WITH FREEDOM

Embodiment ist das wache, weiche, genussvolle Bewohnen des eigenen Körpers.

Unsere Aufmerksamkeit ruht in den Empfindungen unserer Zellen und schwimmt in ihnen von Moment zu Moment. Im Sex ist Embodiment die vollständige Anwesenheit im Hier und Jetzt, in den Sinnen und ihren unendlichen Facetten und Signalen. Embodiment macht Sex sinnlich im eigentlichen Sinne, macht ihn körperlich, intuitiv, vertrauensvoll und immer wieder neu.

Mehr noch als die männliche Sexualität wohnt die weibliche im Inneren des Körpers. Frauen sind, was Embodiment angeht, in vielerlei Hinsicht soviel begabter und beschenkter als Männer. Sie sind aber auch soviel mehr als Männer mit Gründen belastet, um ihren Körper eben nicht mehr zu bewohnen und ihn im Sex von innen heraus zu genießen.

Dafür gibt es tiefe und weniger tiefe Gründe. Die tiefen Gründe sind die sexuellen Erfahrungen, die wir kollektiv und vielleicht auch individuell gemacht haben und die unseren Sex verbrannt haben – Tabus und Verachtung, Gewalt und Missbrauch, darüber die Decken aus Scham und Schweigen. Das sind die tiefen Gründe, aus denen heraus wir uns vom Körper und seiner direkten sinnlichen Erotik abzuschneiden lernen.

Die weniger tiefen Gründe sind ein Mangel an Austausch, Ermutigung und sicheren Erfahrungsräumen, um Embodiment und Sexualität wieder zu vereinigen. Unsere westliche Konditionierung ist generell ein Sex ohne Embodiment. Embodiment plus Sex, das haben östliche Kulturen studiert, nicht wir. Der Westen hat die Bilderwelten und Normen erfunden, produziert und vermarktet, er hat das Außen genutzt, nicht das Innen.

Embodiment – das Innere vom Innen – ist dabei keine Zauberei. Es kann sein, dass es eine Weile braucht, um immer tiefer in sich selbst hinein zu sinken, weil unterwegs soviel sich heilen möchte, aber es ist dennoch keine Zauberei. Wir sind nicht auf Zufälle angewiesen, sondern auf Wissen. Wir brauchen kein Glück, um das zu lernen, sondern Erfahrung. Und für solche Wissens- und Erfahrungstage treffen wir uns. Was sind die Trigger, durch die ich weggehe – was verändert sich im Körper? Was erzählt mir das über mich selbst, über meine Bedürfnisse und Sehnsüchte? Und wie kann ich wiederkommen?

Ganz wichtig ist, dass Embodiment keine neue Tugend im Bett werden soll, nicht besser und nicht geiler sein muss als Sex im Kopf oder auf dem Mond oder gar kein Sex. Es geht nicht um ein neues Ideal, aus dem frau sich dann zu Hause schön heimlich wieder ihren Strick basteln kann. Es geht um die Erweiterung des Spektrums, um die Erweiterung unserer erotischen Bildung und Freiheit. Um die Freiheit, zu wählen, wie und wo ich Sex erlebe. Die Bilderwelten haben schon genug Bildung und genug Lobby. Embodiment hat beides nicht. Noch nicht. Wir kommen…

Wir Frauen sind kraftvolle Wesen. Es ist nicht unsere Schuld, dass man uns wenig darüber erzählt hat.

Unter einer Kultur, die es wichtiger findet, „wichtig“ zu sein, und richtiger findet, „richtig“ zu sein, hat die Tigerin in uns erschöpft ihre Krallen zurückgezogen.

Seitdem ist sogar das mit der Power-Frau nicht mehr so witzig. Kraft klingt für uns nach Kontraktion. Und „endlich in seine Kraft zu kommen“ ist anstrengend. Wir aber sind müde.

Sollte nicht möglich sein, diesen Bluff um die „Kraft“ zu beenden? Eine Definition des Begriffes zu finden, die uns gerecht wird, statt uns eine neue aufdringliche Forderung zuzumuten? Sollte nicht jenseits von „in deine Kraft kommen“ ein Erleben von ruhiger Klarheit, von KRAFTvollem Vertrauen möglich sein?

Aktuell sieht es nicht so aus. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein: als wollte die Tigerin plötzlich selbstständig beweisen, in Wahrheit eine Hauskatze zu sein… Vielleicht, so träumt sie eingeschläfert vor sich hin, sind Frauen ja einfach nicht geschaffen fürs Aufstampfen und Kämpfen und Siegen.

Sollten wir nicht lieber mitspielen statt Recht zu haben? So kratzen wir die Dinge zusammen, die die große Welt nicht haben wollte, machen sie zu den „weiblichen Werten“, erforschen weiche Hingabe und weisen Rückzug, üben den Blick aufs große Ganze und uns selbst nicht so nach vorn zu spielen, und finden schließlich, all das sei „auch kraftvoll“.

Mag ja sein. Es ist dennoch eine traurige Geschichte. Weil wir ja nicht weise werden durften, sondern weise werden mussten. Wir hatten ja nicht irgendwann keine Lust mehr auf Triumphe, sondern wir hatten Angst vor der Aschenbahn und sind zum Wettkampf nicht angetreten.

Was tun? Nicht wahr – sich gemeinsam einreden, es genauso gewollt zu haben. So rühren wir in unserer Küchenbiologie, denken verlegen an das Beerensammeln in der Steinzeit, an Testosteron und Mutterinstinkte, würzen das Ganze mit spirituellen Zitaten und Ausgrabungen auf Atlantis und behaupten schließlich, das mit der Kraft-Verteilung auf der Erde hätte seinen eleganten Sinn, weil ja wir Frauen von der Venus kämen. (Auf der Venus herrschen im Mittelwert 465 Grad Celsius. Also zumindest ich komme da nicht her.)

Ich finde merkwürdig, wie eifrig Frauen sich dafür engagieren können, ihre eigene Schwäche zu belegen. Und ich glaube, dass uns dieser „Gedanken-Körper“ über körperliche Kraft und Nicht-Kraft an entscheidenden Punkten viel kostet. Viel Kraft kostet.

Brisant ist an dieser Diskussion ja nicht nur, ob und wie sehr Frauen kraftvoll sind, sondern auch, welche inneren Motive sie zu dieser oder jener Meinung verleiten. Und wenn Frauen mir ihre Gründe vortragen, weshalb sie es eher auf die weibliche Tour statt kraftvoll und feurig wild entschlossen versuchen wollen, sind mir ihre Motive äußerst suspekt.

Aus diesem Grund (aber auch aus einem inhaltlichen) bin ich dagegen, dass wir unsere Kraft in unserer Hingabe suchen. Ich bin dafür, dass wir unsere Kraft in unserer Kraft suchen.

An unserer Weichheit brauchen wir nicht weiter zu feilen (die feilt sich dann schon von alleine, wenn die Tigerin sich strecken darf). Wir brauchen uns nicht länger darüber zu belehren, wie klug und weise es sei, nicht kämpfen zu müssen. Wir brauchen auch nicht noch mehr Einsichten darein, dass unsere Umwelt uns spiegelt und dass das alles ja auch sowas von mit uns zu tun hat.

Mich interessiert an diesem Punkt nicht der Mind-Fuck, sondern das Leid in unserem Nervensystem. Ein Leben ohne Kraft ist automatisch ein Leben der Selbstverleugnung, und ist darin ein Leben in Angst. Wir dürfen nicht hochfahren, und deshalb kommen wir nicht runter. Nur noch die Überwindung scheint uns leicht zu fallen. So schläft die Power-Frau auf dem Rücksitz ihres Lebens ein.

Unser beiläufiges Geflunker, unser ungefähres Halbwissen, das wir uns mit plötzlicher Großzügigkeit so durchgehen lassen, verbirgt nun leider einen Punkt, den wir gut hätten gebrauchen können: echte Orientierung.*

*Wo liegt der stärkste Muskel im menschlichen Körper? Im weiblichen Becken. Wer stellt die absoluten Rekorde für Ultra-Langstrecken auf? Schlagt bei den Frauen nach. Und wie viele Männer rechnet das alte Tantra, um der orgasmischen Kraft einer Frau gerecht zu werden? Ungefähr sechs.

Schade also, dass uns das Thema der eigenen Kraft so sehr eingeschüchtert hat. Eine Kraft, wie unsere Körper sie in sich tragen, würde uns ja gar nicht verschrecken wollen, sondern nähren. Diese Kraft wäre nicht grob, auch nicht zu uns selbst. Wir würden sie nicht in der Überforderung lernen müssen (und dort nicht lernen können), sondern im Spüren. Wir würden entspannen statt kollabieren. Und lachen statt hassen.

Ich behaupte also, dass wir uns eben nicht anstrengen müssen und nicht verbessern können, wenn es darum geht, Kraft zu haben. Vielmehr finden wir ein friedliches, mutiges Rudel, um gemeinsam sanft die Richtung zu ändern, in der wir uns suchen. Lasst Spüren, Atmen und Tanzen zu unseren Gebeten werden. Denn ich bin überzeugt – weibliches Leben, gleichgültig, in welchem Dschungel dieser Erde wir es leben – kann friedlich, kraftvoll und eindeutig sein.